Ein perfekter Tag in Grainau: 10 Leichte Panoramarouten mit tollen Aus- und Fernsichten

 // von Sonja Wilms
Ein perfekter Tag in Grainau: 10 Leichte Panoramarouten mit tollen Aus- und Fernsichten
Freitag, 30 April 2021

Nicht jeder ist fit für die Berge und schafft es, Höhenmeter für Höhenmeter bergauf zu steigen. Außerdem soll eine Bergtour Freude und Spaß bereiten und nicht eine einzige Quälerei werden, bei der man am Ende den Tag in der Natur nicht wirklich genießen konnte. Die hiesige Bergwelt kann man jedoch auch auf leichten Wegen erleben, dabei weite Aussichten und faszinierende Naturerlebnisse mitnehmen. Dann macht eine Wanderung auch Spaß.

Gerne stellen wir Ihnen die schönsten Panoramarouten vor, die leicht zu bewältigen sind.

1. Der Eibsee-Rundweg

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Der Eibsee gehört wahrlich zu den Must-Sees in Grainau. Mit seinem türkisblauen Wasser, den zahlreichen kleinen Inseln und der Bergkulisse mit der Zugspitze um ihn herum ist der Eibsee zu jeder Jahreszeit ein Besuch wert. Ein Rundweg führt einmal um den See herum. Die gesamte Strecke ist 7,2 km lang und dauert etwa 1,5 – 2 Stunden, je nach Schritttempo. Der Weg ist größtenteils eben mit ein paar leichten Auf und Abs und auch in Winter wunderbar begehbar. Mit der Zugspitzbahn vom Badersee-Bahnhof oder mit dem Eibsee-Bus gelangt man vom Hotel am Badersee bequem zum Startpunkt des Rundwegs.

Auch Paddeln ist auf dem Eibsee möglich - gerne kann man seine Wanderung durch einen kurzen Paddelausflug ergänzen, ein Boot ausleihen und den See gleich anders erleben. Lesen Sie unseren Blog dazu!

Ein perfekter Tag in Grainau: Paddeln auf dem Eibsee

2. Vom Eibsee bis zum Badersee

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Wer gerne die Eibsee-Runde verlängern möchte, der kann am Ende der Eibsee Runde zurück zum Badersee laufen. Der Weg führt die ganze Strecke leicht bergab und ist selbst im Winter gut begehbar. Dennoch sollte man im Winter darauf achten, rutschfeste Schuhe zu tragen, ein paar Wanderstöcke bieten zusätzlichen Halt. Am Wegesrand blühen je nach Jahreszeit auch Orchideen und Enzian, Eichhörnchen sieht man ab Frühjahr an bis zum Herbst die Bäume hoch- und runterlaufen. Die Strecke bietet immer wieder schöne Aussichten auf das Zugspitzmassiv, es gibt entlang der Strecke zahlreiche Bänke zum Inne halten und auch die Christlhütte ist ein besonderer Hingucker. Vom Eibsee aus sind es ca. 45 – 60 Minuten Gehzeit bis zum Badersee.

3. Vom Badersee über die Neuneralm nach Grainau und zurück

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Diese etwa 1,5- bis 2-stündige Route bietet fantastische Aussichten auf die umliegenden Berge von Grainau. Vom Hotel am Badersee läuft man zunächst den Fußweg hinauf in Richtung Eibsee. Ja, es geht tatsächlich bergauf, aber nur leicht mit auch ebenen Passagen. Sobald man die Straße erreicht hat, die zur Zugspitze und zum Eibsee führt, geht man links neben den Gleisen der Zugspitzbahn entlang der Straße, bis kurze Zeit später wieder links der Weg zur Neuneralm abzweigt. Ein bisschen geht es noch leicht bergauf, doch dann verläuft der Weg nur noch bergab. Sobald man aus dem Wald hinaustritt, öffnen sich die weiten Wiesen und Fernsichten bis hinaus zum Wank. Die Wiesen sind mit ihrer Blütenpracht eine wahre Augenweide vom Frühjahr bis zum Herbst, bis sie dann gemäht werden. Kühe, Schafe und Ziegen weiden auf den Wiesen. Am Ende des Weges geht es hinunter nach Grainau. Vorbei am Zugspitzbahnhof Badersee geht es wieder auf den Fußweg zurück zum Hotel am Badersee. Wer möchte, der kann auf dem Panoramaweg bleiben, der oberhalb von Grainau bis nach Hammersbach führt, und dort wieder in den Eibsee-Bus steigen, der einen bequem zurück zum Hotel bringt.

4. Der Hammersbacher Fußweg

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Der Hammersbacher Fußweg bietet tolle Aussichten auf den Großen und Kleinen Waxenstein, auf die Alpspitze, den Kramer und den Wank. Der Weg ist für viele Einheimische eine abendliche Spazierrunde oder eine Jogging-Strecke. Mit dem Eibsee-Bus kann man vom Hotel aus bis nach Hammersbach fahren, um von dort auf den Fußweg zu gelangen. Im Winter ist das Hammersbacher Feld ein großartiges Langlauf-Gebiet. Die Fußwege sind ebenfalls im Winter weiter begehbar und von den Langläufern getrennt. Die Sonnenuntergänge am Hammersbacher Fußweg sind ein wahrer Traum, insbesondere dann wenn die Sonne die Berge nochmal zum Glühen bringt.

5. Der Kramerplateauweg

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Der Kramerplateauweg verbindet auf ca. 12,5 km Strecke Grainau mit Garmisch-Partenkirchen und führt bis zur Burgruine Werdenfels. Zugegeben, um von Grainau auf den Kramerplateauweg zu gelangen, muss man erst einen Anstieg überwinden. Dieser ist jedoch machbar und mehrere Bänke laden zur Rast ein. Einmal oben angekommen, bietet sich nicht nur eine schöne Sicht auf das Zugspitzmassiv, sondern ab hier verläuft der Weg wunderbar eben. Das tolle am Kramerplateauweg ist, dass man die Streckenlänge frei bestimmen kann. So kann man zum Beispiel nur bis zur Almhütte (die auch Windbeutelalm genannt wird) laufen und von dort hinab nach Garmisch und mit dem Bus wieder zurück. Oder es geht weiter bis zum Kriegerdenkmal und der Gedächtniskirche und von hier hinunter nach Garmisch. Wer bis zur Burgruine Werdenfels gehen möchte, hat sogar die Möglichkeit gleich dreimal einzukehren: an der Windbeutelalm, am Pflegersee und an der Ruine Werdenfels. Von der Ruine abwärts kommt man zur Bushaltestelle am Hotel Sonnenbichl, fährt mit dem Bus zurück bis zum Marienplatz und steigt dort in den Eibsee-Bus um, der wiederum zurück zum Hotel fährt.

Wer den Anstieg meiden und lieber ein Stück des Kramerplateauweges hin und zurück laufen möchte, der kann mit dem Auto an der Almhütte oder am Pflegersee parken und von dort einen Abschnitt des Weges laufen.

Ein perfekter Tag in Grainau: Der Kramerplateauweg

Unser Video: Winterwanderung am Kramerplateauweg

6. Von der Alpspitze über die Hochalm zum Kreuzeck

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Die Berge von oben erleben, das bietet der Weg von der Alpspitz-Gipfelstation zur Kreuzeck-Gipfelstation. Der Weg führt entlang der Skipiste über die Hochalm und geht stetig bergab. Festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle und ein paar Wanderstöcke, die bei dem Abstieg zusätzlichen Halt geben, sollte man mit dabei haben. Ansonsten ist der Weg während der Sommersaison bequem begehbar mit keinen allzu steilen Abschnitten und teils sogar ebenen Passagen. Abkürzen kann man den Weg auch, in dem man nur bis zur Hochalm-Gondel läuft und mit dieser wieder zur Alpspitze hochfährt. Wer es gerne etwas sportlicher möchte, kann den Weg auch in umgekehrter Richtung laufen. Zumindest von Kreuzeck bis zur Hochalm ist der Anstieg nicht allzu dolle. Und das Alpenpanorama lässt sich wunderbar von den Berghütten an der Alpspitze und beim Kreuzeck genießen.

Bitte beachten Sie, dass im Winter Wandern auf Skipisten nur außerhalb des Skibetriebs gestattet ist.

Unser Video: Alpspitze und Kreuzeck

7. Wank-Gipfel-Panoramarunde

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Ein tolles Gipfelpanorama bietet auch die Panoramarunde auf dem Wank-Gipfel an. Auch hier geht es gemütlich mit der Gondel hinauf auf den Wank. Von der Gipfelstation führt ein Rundweg über das Plateau mit tollen Aussichten auf die Wettersteinkette, auf das Estergebirge, die Ammergauer Alpen und zum Karwendelmassiv, sowie über Garmisch-Partenkirchen bis hin nach Grainau. Auch hier laden zahlreiche Bänke zur Rast ein und zwei Restaurants locken mit kulinarischen Genüssen, besonders an Festtagen.

Ein perfekter Tag in Grainau: Wanklauf mit Sonnwendfeier am Panoramaberg

8. Philosophenweg

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Der Philosphenweg führt von Farchant nach Garmisch-Partenkrichen bzw. von Garmisch-Partenkirchen nach Farchant. Es gibt entsprechend verschiedene Möglichkeiten diesen zu begehen. Eine kleine Runde hin und zurück bietet sich vom Gasthaus Schützenhaus aus an, wo man mit dem Auto ebenfalls parken kann. Wer die komplette Tour laufen möchte, der startet am Bahnhof (Hinfahrt mit Bus, oder Bus & Bahn) in Farchant und folgt der Ausschilderung nach Garmisch-Partenkirchen. Am Schützenhaus vorbei, hier kann man eine kulinarische Rast einlegen, kommt man bis nach Partenkirchen in die Innenstadt. Von dort geht es mit dem Eibsee-Bus dann wieder gemütlich zurück zum Hotel am Badersee. Natürlich kann man auch in Partenkirchen loslaufen und bis nach Farchant gehen, allerdings ist das Bergpanorama von Farchant nach Partenkirchen einfach schöner.

Der Philosophenweg lässt sich mit einem Ausflug zu den Kuhfluchtwasserfällen gut kombinieren.

Ein perfekter Tag in Grainau: Auf dem Philosophenweg von Farchant nach Garmisch-Partenkirchen

Unser Video: Die Kuhfluchtklamm

9. Durch die Partnachklamm

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Im Gegensatz zur Höllentalklamm benötigt es keinen Aufstieg, um zur Partnachklamm zu gelangen, man kann sich sogar mit der Kutsche bis zum Eingang der Partnachklamm fahren lassen. Natürlich kann man durch die Partnachklamm hin- und zurücklaufen, ein kleiner Rundweg darf es dann doch sein. Zwei Möglichkeiten gibt es. Bei der größeren Runde fährt man mit der Eckbauerbahn (Gondel ist an der Sprungschanze) hinauf auf den Gipfel und läuft von dort hinab durch die Partnachklamm zurück zum Parkplatz an der Olympia-Sprungschanze. Bei der kleineren Route nimmt man die kleine Graseckbahn, die sich vor dem Eingang der Partnachklamm befindet, und fährt hinauf zum Hotel Graseck. Von dort läuft man dann wieder bequem bergab durch die Partnachklamm zurück zum Parkplatz. Bei beiden Routen bietet sich auch eine Einkehr in der Kaiserschmarrn-Alm an. Die Partnachklamm bietet insbesondere im Winter ein wahrlich beeindruckendes Naturschauspiel mit den riesigen Eiszapfen, die sich dann in der Klamm bilden.

Wer die Wanderung verlängern möchte, kann gerne zur Bockhütte im Reintal weiterwandern (ca. 8 km, Aufstieg 300 hm). Auch die Etappe 3 des Spitzenwanderwegs von Garmisch-Partenkirchen nach Krün führt durch die Partnachklamm.

Ein perfekter Tag in Grainau: Schneewanderung durch die Partnachklamm und zur Kaiserschmarrn-Alm

Unser Video: Winterwanderung durch die Partnachklamm

10. Spitzenwanderweg Etappe 1 & 2

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Der Spitzenwanderweg ist ein Fernwanderweg, der einmal durch die Zugspitzregion führt. Die Etappen 1 & 2 sind allerdings Panoramarouten im flachen Gelände. Sie sind zwar lang mit jeweils 21 km und 16 km, jedoch kann man diese auch sehr gut abkürzen. Statt von Murnau bis nach Eschenlohe zu gehen, kann man in Ohlstadt die Wanderung beenden und am nächsten Tag wieder starten. Die zweite Etappe von Eschenlohe bis nach Garmisch-Partenkirchen kann man in Oberau oder in Farchant beenden und von dort auch wieder starten. Beide Etappen sind wunderbar mit der Bahn machbar, denn die Regionalbahn von Garmisch nach München hält in Farchant, Oberau, Eschenlohe, Ohlstadt und Murnau.

Der Zugspitzwanderweg: Alle Etappen auf einen Blick