Ausflugstipp: Mit dem Mountainbike zum Walchensee

 // von Polina Peskovsky
Ausflugstipp: Mit dem Mountainbike zum Walchensee
Mittwoch, 17 März 2021

Der Walchensee ist von Grainau und dem Hotel am Badersee nur 30 km entfernt und bietet bei jeder Jahreszeit eine tolle Ausflugsmöglichkeit. Schwimmen oder Paddeln im türkisblauen Wasser, Sonnenbad oder eine leichte Wanderung mit herrlichem Blick auf den See mit Herzogstandpanorama, gemütliche Einkehr zur Waldschänke Niedernach oder bei einem Lokal im Dorf Walchensee.

Besonders im Sommer ist der Weg zum Walchensee ein wahres Erlebnis. Heute machen wir eine Rundreise zum Walchensee mit dem Mountainbike über Eschenlohe und die Eschenlaine, zurück nach Grainau geht es dann über Wallgau und Klais. Mit ca. 600 hm ist die Gesamtstrecke ca. 70 km lang. Alternativ kann man natürlich mit dem E-Bike fahren, dann wird die Radfahrt zu einem reinen Vergnügen.

10:00 Uhr: Der Morgen ist herrlich und nach einem genüsslichen späten Frühstück auf der Sonnenterrasse fahren wir ganz entspannt in Grainau los. Unsere Mountainbikes warten schon vor dem Hoteleingang. Die Rucksäcke sind nicht schwer: 2 Liter Wasser, leichte Snacks für Pausen in der Natur und eine Kopfbedeckung - mehr braucht man bei schönem Wetter nicht. Vom Dorfplatz in Grainau fahren wir nach rechts Richtung Obergrainau, am Zugspitzbahnhof vorbei und weiter durch die Zugspitzstraße bis zur Abzweigung zum Hammersbacher Fußweg. Weiter geht es etwas bergauf zum Hammersbach und dann durch die Weide immer bergab, bis man die Kreuzeckbahnstraße erreicht. Vor der Bahnschranke fährt man geradeaus Richtung Hausberg.

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10:30 Uhr: Jetzt steht uns eine Fahrradexkursion durch Garmisch-Partenkirchen bevor. Kurz vor dem Hausberg, nach dem Rießer Wasserfall, gibt es eine Bahnkreuzung für Fußgänger (auf die Züge Obacht geben!), von hier aus durch Garmisch (z.B. über die Riffelstraße) kommt man zum Bahnhof. Hier gibt es einen Tunnel für Radler, über den man die Gleise bequem überqueren kann. Ab hier sind wir offiziell in Partenkirchen. Auf der anderen Seite fährt man vom Bahnhofsplatz über die Bahnhofstraße zum Rathausplatz, an der Ampel weiter geradeaus Richtung Ortszentrum Partenkirchen. Je nach Wunsch kann man hier einen kleinen Abstecher in die Partenkirchener Fußgängerzone machen und einen Kaffee trinken. Weiter fährt man an der Sebastianskirche vorbei durch die Münchner Straße, bis man die Dr.-Gazert-Straße erreicht hat. Hier fahren wir nach rechts und kommen dann auf den ruhigen und schönen Hölzlweg, über den man am Fuße des Wank erst in der Nähe vom Polizeiamt auf die Hauptstraße zurückkommt. Zum Glück müssen wir auch hier nicht inmitten des Verkehrs fahren, da der Bürgersteig von den Fahrrädern mitbenutzt werden darf. 

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10:45 Uhr: Wir verlassen jetzt Partenkirchen und nähern uns Farchant. Nach den beiden Brücken (die Autobahn- und die Loisachbrücke) biegen wir direkt nach dem Fluss nach rechts ab und fahren ca. 3 km am malerischen Loisachufer. An blühenden Wiesen und grasenden Kühen vorbei, sind wir bald schon im Wohngebiet angekommen und müssen über die Brücke die Loisach queren. Nach der Brücke geht es gleich nach links, weiter über die Frickenstraße, am Sportplatz vorbei und dann nochmals nach rechts Richtung Oberau. Der Radweg ist gut beschildert und neu geteert. Direkt nach Farchant kommt eine Abzweigung zur Kuhfluchtklamm, hier kann man gerne eine kurze Pause machen und den unteren Wasserfall anschauen. 

11:00 Uhr: In Oberau angekommen, muss man sich entweder für das linke oder das rechte Ufer entscheiden. Wir fahren rechts, so müssen wir noch vor der Brücke nach rechts und gleich nach links abbiegen, um auf den weiteren Weg nach Eschenlohe zu kommen. Die Strecke verläuft am Loisachufer, hier genießt man bei der Jahreszeit blühende Moorlandschaften mit unzähligen Orchideen und bei Hitze immer ein frisches Lüftlein. 

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11:30 Uhr: In Eschenlohe fährt man erstmal zur Loisachbrücke, die der Startpunkt für alle Ausflüge ist. Von hier aus erreicht man alle Bergziele in der Umgebung, z.B. den Osterfeuerkopf, den Heimgarten und die Asamklamm. Über die Walchenseestraße erklimmen wir die ersten Höhenmeter, diese bringt uns erstmal zum großen Wanderparkplatz. Bei dem heutigen schönen Wetter ist der Parkplatz selbstverständlich voll belegt. Hier beginnt der 400 hm Parcours über die malerische Eschenlaine: schweißtreibende Aufstiege wechseln mit rasanten Abfahrten ab, ab und zu müssen wir unsere Mountainbikes auch schieben, und nach kurzer Zeit sind wir völlig erschöpft. Wir suchen uns ein sonniges Plätzchen am Ufer und machen erst einmal eine Pause neben der rauschenden türkisblauen Eschenlaine.

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12:30 Uhr: Auf dem weiteren Weg geht es genauso abwechslungsreich bergauf und -ab, bis man durch den Wald zur abschließenden Abfahrt zum Walchensee kommt. Nur 5 Minuten später stehen wir auf der Forststraße vor Einsiedl. Der Plan war, in den Ort Walchensee zu radeln, dort Mittagspause zu machen und zurück nach Eschenlohe zu fahren. Jetzt sind wir aber so geschafft, dass wir es uns kaum vorstellen können, wie wir die Rückfahrt über die Eschenlaine nochmals schaffen werden. Gut, dass wir für die Rückfahrt zuvor einen Plan B geschmiedet haben: zurück geht es über Wallgau. 

13:00 Uhr: Nach dem Überqueren der Landstraße machen wir eine längere Pause am Seeufer. Von Einsiedl hat man eine schöne Perspektive vom Walchensee, obwohl der Herzogstand auf der Seite bleibt. Das blaue Wasser ist herrlich ruhig, zum Baden ist es allerdings Ende Mai noch zu kalt. Dafür haben wir unsere Ruhe am Strand, der in der Sommersaison üblicherweise prallvoll wäre. Hier kann man auch Ruderboote und Kajaks ausleihen, in der kleinen Kajakhütte gibt es auch Eis und Getränke im Verkauf. Leider bietet sich hier keine richtige Einkehrmöglichkeit. Aber auch hierfür gibt es einen Plan B, denn in Wallgau können wir später im Gasthof Post einkehren, die an Wochenenden durchgehend warme Küche hat.

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13:30 Uhr: Dann kommen wir auf die Forststraße zurück und folgen der Beschilderung nach Wallgau. Über Forstwege und geteerte Radwege entlang der Landstraße sind wir fast schon im Ort angekommen, als wir lautes Wasserrauschen hören. An der Straßenseite sieht man durch die Bäume hindurch einen herrlichen Wasserfall! Der Wasserfall Obernachkanal und der sich anschließende Sachen-See sind sicherlich eine Fotopause wert. 

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14:00 Uhr: Der historische Gasthof Post in Wallgau ist unser liebstes Lokal in der ganzen Gegend, hier wollen wir auf jeden Fall einkehren, insbesondere heute, wo wir es dieses Mal sogar ohne Auto nach Wallgau geschafft haben. Das Menü ist wie immer einmal ausgezeichnet und wir gönnen uns eine großzügige Mahlzeit mit cremiger Spargelsuppe, einer köstlichen Hauptspeise ebenfalls mit Spargel und einer Nachspeise. Nachdem wir in der Eschenlaine so viele Kalorien verbraucht haben, können wir es uns nun leisten ein 3-Gänge-Menü zu genießen. Die Außenterrasse ist gut beschattet und bietet einen Blick auf den historischen Ortskern von Wallgau (das sind zwar nur ein paar Häuser mit Luftlmalereien, trotzdem sehr schön). Der Gasthof wurde von vielen Politikern und Berühmtheiten besucht, deren Fotos im Flur hängen. Das Bier aus Mittenwald schmeckt hervorragend und auch der Service ist wie immer lobenswert. 

15:00 Uhr: Jedes Schlemmen hat dann auch mal sein Ende und es geht wieder rauf aufs Zweirad. Vom Gasthof aus radeln wir auf den gut beschilderten Isartal-Radweg in Richtung Klais. Die Feldstraße führt über flache Weiden zum kleinen Ort Barmsee, ab dort beginnt der geteerte Radweg nach Klais. In der Nähe vom Barmsee gibt es übrigens den schönen Barmsee-Rundweg mit Bademöglichkeit im Grubsee. In Klais überquert man über eine Unterführung die B2 und dann gleich neben dem Bahnhof Klais (übrigens Bayerns höchstgelegener Bahnhof) die Bahngleise. Hier nimmt man den weiteren Radweg nach rechts Richtung Garmisch-Partenkirchen. 

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15:30 Uhr: Die Abfahrt von Klais nach Partenkirchen ist wie eine Achterbahnfahrt. Ab Gerold geht es auf 11 Kilometern parallel der B2 stets bergab, manchmal fährt man schneller als 50 km/h! Der Fahrtwind ist herrlich und radeln kann wirklich auch ab und an einfach nur entspannend sein. Der Radweg ist vom Straßenverkehr gut gesichert, neu geteert und macht viel Spaß, das Überqueren von der B2 in Gerold und Kaltenbrunn geht über Tunnels. Nach der rasanten Abfahrt müssen wir in Partenkirchen angekommen nun erst einmal kräftig bremsen. 

16:00 Uhr: Gleich an der ersten Ampel müssen wir nach links Richtung Skistadion. Nach den Bahngleisen biegen wir nach rechts ab: von hier aus beginnt der Radweg nach Grainau. Wir fahren an den Bahngleisen entlang und erreichen bald den Hausberg. Immer geradeaus geht es jetzt Richtung Kreuzeck, und über den Hammersbacher Fußweg kommen wir wieder nach Grainau und zum Hotel am Badersee. 

Es war zwar ein langer Ausflug, dafür sind wir ganz entspannt gefahren und haben die Umgebung vollends genossen. Man braucht für die Strecke natürlich etwas Kondition, der Weg ist aber auch für Anfänger machbar und wie heißt es doch auch so schön: „Wer sein Rad liebt, der schiebt“, wenn der Aufstieg dann mal doch zu schwer wird. Auf der anderen Seite geht es dafür rasanter wieder hinab. Natürlich kann man auch ein E-Bike nehmen und bei den Anstiegen dann die Muskeln mehr entspannen.

Tipps & Infos:

  • Radverleih im Hotel am Badersee. Wenn Sie keine eigenen Fahrräder mitbringen, stellen wir gerne Mountainbikes oder e-Bikes zur Verfügung - bestellen Sie bitte am Vortag an der Rezeption.
  • Radtouren im Freizeit-Guide. Entdecken Sie mehr Radtouren in unserer Umgebung im Freizeit-Guide.
  • Baden im Walchensee. Die Badesaison im Zugspitzland beginnt in der Regel erst im Juni, auch dann ist aber das Wasser in den Alpenseen ziemlich kühl mit unter 20 Grad Celsius. Der Walchensee ist ein Naturbadesee und hat dadurch fast keine organisierten Badestrände. Es gibt also keine Wasserrutschen, keine Spielplätze und (fast) keine Wasserwacht – wenn Sie sich all das wünschen, suchen Sie einfach einen anderen See zum Baden – z.B. den Riegsee bei Murnau oder den Grubsee bei Krün.
  • Bootverleih. In Einsiedl kann man direkt am Strand Kajaks und Ruderboote mieten. Beim Paddeln beachten Sie bitte, dass die Sassau, die einzige Insel im Walchensee, als Naturwaldreservat nicht betreten werden darf.

Gastronomische Reise durch das Werdenfelser Land

Die Tour bietet zahlreiche Möglichkeiten, tagsüber mehrere ausgezeichnete Lokale in den umliegenden Dörfern auszuprobieren, die direkt auf dem Weg liegen oder nur einen kurzen Abstecher brauchen:

  • Restaurant & Pizzeria „Da Nico“ in Farchant
  • Griechische Taverne Athen in Eschenlohe
  • Waldschänke Niedernach – Wer vom Walchensee mehr genießen möchte, kann gerne von Einsiedl Richtung Jachenau am Ufer entlang weiterfahren. Die Mautstrecke verläuft direkt am Wasser und ist für Radler frei. Zum Schluss wird der Abstecher mit einer Einkehr in die stimmungsvolle Waldschänke Niedernach belohnt, die an Wochenenden Kaffee und ausgezeichnete Kuchen auf der gemütlichen Sonnenterrasse mit Seeblick bietet.
  • Gasthof Post in Wallgau
  • Holzers‘ Alpenblick - Kaffeehaus, Konditorei, Chocolaterie & Eismanufaktur in Wallgau
  • Kaffeehaus Kranzbach in Krün – edle historische Konditorei in Krün
  • Partenkirchen: Hier bieten sich in der Fußgängerzone zahlreiche Lokale für jeden Geschmack