Ein perfekter Tag in Grainau: Kirchweih am Wank

 // von Polina Peskovsky
Ein perfekter Tag in Grainau: Kirchweih am Wank
Montag, 26 Oktober 2020

Der beliebte Ausflugsberg Wank mit seinen geräumigen Hütten und traumhaftem Ausblick auf ganz Garmisch-Partenkirchen eignet sich bei jeder Jahreszeit perfekt nicht nur zur Erholung und Entschleunigung, sondern auch als Veranstaltungsort. Nachdem die Bayerische Zugspitzbahn für den kommenden Sonntag eine Kirchweihfeier an der Sonnenalm angekündigt hat, buchen wir umgehend unsere Tickets.

Der Panoramaberg Wank dient für Garmisch-Partenkirchner unter anderem als Ort des Zusammenkommens, nachdem sein Skibetreib 2003 vollständig zum Hausberg verlegt wurde. Während die Abfahrten langsam mit Bäumen bewachsen, bringt die 1982 erbaute Bergbahn immer noch täglich zahlreiche Besucher zum Wankgipfel. Auch die Besteigung des Wanks zu Fuß oder mit einem Mountainbike ist möglich. Dank seinen zahlreichen gepflegten Wanderwegen, Forststraßen und Zwischenstoppmöglichkeiten (Tannenhütte, Gschwandtnerbauer, Esterbergalm) gilt der Wank als einer der wanderfreundlichsten Berge in der Zugspitzregion. Ein herrlicher Ausblick auf die Werdenfelser Bergwelt, entspannte Spaziergänge oder Schneeschuhwanderungen am Gipfelplateau, gemütliche Einkehr in eine der zwei Bergwirtschaften, das Wankhaus (Alois-Huber-Haus) oder die Sonnenalm, – ein Ausflug auf den Wank lohnt sich jederzeit, nach dem Motto „Wank mal wieder“. Auch für öffentliche Feiern ist der Berg perfekt geeignet, hier finden beliebte Feste wie Johannifeuer, Freiluftkonzerte wie „Musik am Wank“, Weihnachts- und Neujahrswochen für Familien immer wieder statt.

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11.40 Uhr: In der Früh schaue ich mir den verschneiten Wankgipfel aus dem Fenster an. Es ist etwas bewölkt, aber der Ausblick ist noch da. Hoffentlich wird es tagsüber etwas sonniger. Mit Vorfreude auf die ersten Schneeerlebnisse des Winters 2020/2021 wird die warme Kleidung in den Rucksack miteingepackt. Die Teilnahme am Kirchweihfest hat uns 35 Euro pro Person gekostet, inklusive Berg- und Talfahrt und ein festliches Essen mit Ente und Blaukraut. Unser Tisch ist für 13 Uhr reserviert, daher sind wir schon kurz vor Mittag vor Ort und suchen uns einen Parkplatz an der Talstation. Der große Parkplatz ist allerdings fast vollständig besetzt – oben an der Sonnenalm sollte Hochbetrieb sein. Endlich finden auch wir ein Plätzchen, jetzt Bergschuhe anziehen und los.

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12.00 Uhr: Die Dame an der Kasse meint, wir brauchen keine Fahrkarten mehr und die QR-Codes, die wir per Mail bekommen haben, sollten direkt am Drehkreuz automatisch abgelesen werden. Hm, schauen wir mal ob es funktioniert. Zum Glück passt alles, dazu sind die Gondelkabinen ziemlich klein und wir fahren nur unter uns. Die Bergfahrt dauert ca. 20 Minuten. Die Wankbahn fährt gemächlich an den leicht mit Schnee gezuckerten Felsen und Fichten vorbei. Kurz nach der Mittelstation beobachten wir schon eine fast geschlossene Schneedecke. Der Wanderweg verläuft teilweise direkt unterhalb von der Bergbahn, so sehen wir die Unmengen von Wanderern, die wahrscheinlich auch zum Kirchweihfest zu Fuß unterwegs sind. Hoffentlich werden an der Hütte die Corona-Regeln eingehalten.

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12.15 Uhr: Am Gipfel ist zum Glück Windstille, hier herrscht schon tiefster Winter mit über 70 cm Schnee, verschneiten Latschen und frisch gebauten Schneemännern. Märchenhaft! Wir gehen eine Runde am Gipfel spazieren und genießen die idyllischen ungestörten Winterlandschaften. Im Sonnenschein reflektiert die verschneite Oberfläche kräftig die Sonnenstrahlen – das Gefühl, das man seit der letzten wegen Ausgangsverbot verkürzten Wintersaison fast vergessen hat. Endlich braucht man wieder eine Sonnenbrille!

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13.00 Uhr: Demnächst stehen wir pünktlich um 13 Uhr an der Sonnenalm, wo es bereits am Eingang nach der leckeren Bauernente duftet. Hier bekommen wir einen separaten Tisch mit einem tollen Fensterblick auf das Zugspitzmassiv. Mit der Umsetzung der Corona-Maßnahmen an der Sonnenalm sind wir positiv überrascht: zwischen den Sitzecken hängen Plexiglasscheiben, und die Tische sowie die Sitzbänke werden nach jedem Besucher fleißig desinfiziert. Das wirkt auf uns beruhigend, wir bestellen uns Weißbier und schwärmen von der Ente, die in Kürze kommt, und hören Hüttenmusi. Auch die Ente ist vorzüglich, so zart und saftig. Einige Gäste bestellen auch andere Speisen à la Carte, die genauso top aussehen. Eine Einkehr in die Sonnenalm hat sich gelohnt, also gerne wieder!

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14.30 Uhr: Nach dem leckeren Essen und Weißbier verspüren wir jetzt einen Drang für mehr Bewegung. Eventuell wollen wir auf die Talfahrt teilweise verzichten und zur Mittelstation zu Fuß absteigen. Ich würde natürlich gerne die längere Route über die Esterbergalm nehmen, aber mein Begleiter ist nicht so sportlich und möchte keinen großen Umweg laufen. Daher entscheiden wir uns für den Weg, den wir von der Bergbahn gesehen hatten, auch wenn er so voll ist. Nach Angaben eines Bergbahnmitarbeiters braucht man in der Regel ca. eine Stunde dafür.

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14.45 Uhr: Der schmale kurvige Weg geht direkt an der Bergstation los. Der Himmel ist klar, die warme sonnendurchflutete Luft duftet nach feuchten Latschenkiefern, der Schnee schmilzt unter unseren Füßen und am Weg entstehen kleine Pfützen und Bäche. Der Abstieg ist mäßig steil, angenehm und sehr malerisch, hier kann man alle 5 Minuten stoppen und verschiedene Perspektiven der heimischen Bergwelt fotografieren. Unterhalb von der Schneegrenze machen wir Pause und genießen die Sonne auf einer gemütlichen Bank. Ab hier wird es etwas steiler, aber nur für kurze Zeit. Bald stehen wir an der Abzweigung zur Mittelstation und nach einer kleinen Wasserschlucht erreichen wir wieder die Wankbahn.

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16.00 Uhr: An der Mittelstation müssen wir ein paar Minuten abwarten, bis eine leere Gondelkabine von oben kommt. Aus der Gondel hat man hier einen tollen Blick auf die Olympia-Skisprungschanze – es ist vielleicht der beste Aussichtspunkt, von dem die Schanze fotografiert werden kann. Den Blick können wir allerdings nur kurz genießen: in wenigen Minuten sind wir wieder an der Talstation angekommen. Es war wieder ein perfekter Tag auf dem Wank, der noch mit einem Eis in der Farchanter Eisdiele gekrönt wird.

Tipps & Infos:

  • Öffnungszeiten: Beachten Sie die Betriebs- und Revisionszeiten der Wankbahn. Die Öffnungszeiten können sich an manchen Tagen unterscheiden und in der Nebensaison hat die Wankbahn oft geschlossen.
  • Parkplatz: kostenpflichtig, Mindestparkgebühr 5 Euro
  • Beachten Sie die Wetterbedingungen am Gipfel, nehmen Sie unbedingt warme Kleidung mit - Live-Infos hier.
  • Wankhaus: ganzjährig geöffnet, Reservierungen / Öffnungszeiten prüfen: Tel. +49 (08821) 562 01
  • Sonnenalm: Reservierungen / Öffnungszeiten prüfen: Tel. +49 (08821) 79 70
  • Esterbergalm: Beachten Sie die Öffnungszeiten. Dienstag & Mittwoch Ruhetag!
  • Wandern: Es sind viele Wanderungen am und um den Wank möglich. Wer den Wankgipfel zu Fuß erreichen will, kann eine Wanderroute von Farchant, über den Gschwandtnerbauer oder von Partenkirchen über die Mittelstation nehmen. Auch der Hüttelsteig führt von der Mittelstation zur Esterbergalm, wo man über die „Frauenmahd“ zum Gipfel aufsteigen kann. Eine Umrundung des Wank ist ebenfalls möglich. Die Forststraße zur Esterbergalm ist für Mountainbike geeignet, nur an manchen Stellen sehr steil.
  • Der Wank ist auch Startpunkt für Gleitschirmflüge. Wie wäre es mit einem Tandemflug?