Ein perfekter Urlaubstag in Grainau: Auf dem Philosophenweg von Farchant nach Garmisch-Partenkirchen

 // von Sonja Wilms
Ein perfekter Urlaubstag in Grainau: Auf dem Philosophenweg von Farchant nach Garmisch-Partenkirchen
Mittwoch, 17 März 2021

Der sogenannte Philosophenweg verbindet Farchant mit Garmisch-Partenkirchen bzw. vice versa und bietet eine gemütliche, aussichtsreiche Wanderung, die man das ganze Jahr über genießen kann.

Der Weg ist zudem rollstuhl- und kinderwagenfreundlich und wird im Winter geräumt. So ist es nicht verwunderlich, dass dieser Weg bei Einheimischen als Spazierweg, Jogging- oder Nordic-Walking-Strecke sehr beliebt ist. Entlang des Weges gibt es zahlreiche Sitzmöglichkeiten, die zum Inne halten einladen. Die Bänke sind zudem verziert mit Zitaten berühmter Philosophen, von Platon, Nietzsche, Schopenhauer und vielen anderen, - daher auch der Name Philosophenweg. Nehmen Sie sich also die Zeit an der einen oder anderen Bank anzuhalten und das Zitat zu lesen.

10:00 Uhr: Nachdem ich am Vortag bereits eine Bergtour unternommen habe, ist für heute eher ein Relaxtag angesagt. Ich habe immer das Gefühl, dass sich im Frühling meine Beinmuskulatur erst wieder an die Höhenmeter und Anstiege gewöhnen muss. Das Wetter ist allerdings zu schön um nur Drinnen zu bleiben und so soll es zumindest ein längerer Spaziergang werden, um die Sonne und die Frühlingslandschaft zu genießen. Da ich auch noch ein bisschen durch die Geschäfte in Garmisch-Partenkirchen schlendern möchte, ist der Philosophenweg perfekt, um beides miteinander zu kombinieren. Und so steige ich am Morgen in den Bus in Grainau und fahre nach Farchant.

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11:00 Uhr: In Farchant angekommen, quere ich die Brücke über die Loisach und folge der Beschilderung in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Hinter dem Kraftwerk Farchant geht ein Fußweg ab und führt zum Ufer der Loisach. Ein Stück folge ich dem Flussverlauf bis ich zum Farchanter Warmfreibad gelange. Am Parkplatz „Freibad / Skilift am Ried“ zweigt ein Weg ab und bringt mich über einen kleinen steilen Aufstieg auf den Philosophenweg, den ich nun weiter folge. Die ersten Meter führen durch ein Waldstück, dessen Tannen und Bäume den Blick auf die umliegende Landschaft verbergen. Doch schon bald öffnet sich der Wald und vor mir erstrecken sich die Berge.

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11:30 Uhr: Der Winter ist noch nicht allzu lange passé und zeigt sein weißes Gewand immer noch auf den Bergspitzen und in den höheren Lagen. Anfang Mai kann man immer wieder auf Bergtouren mit Schnee rechnen, auch wenn auf dem ersten Blick der Berg frei von Schnee zu sein scheint, kann der Blick trügen. So stand auch ich auf meiner gestrigen Tour ganz unverhofft im Schnee und habe mich schon geärgert, dass ich nur leichte Sportschuhe an hatte, welche für den Schnee nicht wirklich tauglich waren und mir nasse Füße eingebracht haben. Auf dem Philosophenweg ist jedoch mit Schnee nicht zu rechnen. Hier zeigt sich der Frühling in voller Blüte. Hinter mir liegt jetzt Farchant, dessen Häuser und Kirchturm im grünen Tal auszumachen sind. Der Philosophenweg verläuft entlang einer riesigen Wiesen- und Weidelandschaft oberhalb des Farchanter Tunnels, durch den die Bundestraße von Garmisch nach Oberau führt und Urlauber über München kommend in unsere schöne Region bringt. Von der Bundestraße aus lässt sich gar nicht erahnen, dass sich hier so eine schöne grüne Landschaft ausbreitet, die zur Erkundung einlädt.

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12:00 Uhr: An einer Weggabelung halte ich mich auf dem Weg, der links abführt und leicht aufsteigt. Der rechte Weg würde mich wieder zurück nach Farchant führen. Ab hier steigt der Philosophenweg leicht an. Die Kühe grasen nach der Winterpause wieder auf den saftigen Wiesen und nutzen auch den Wanderweg um zur nächsten Grasstelle zu gelangen. Hier kann es schon einmal zu leichten Konflikten kommen, denn nicht immer wollen sie zur Seite gehen.

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12:20 Uhr: Garmisch-Partenkirchen rückt immer näher ins Blickfeld und die ersten Häuser und auch die Marienkirche sind auszumachen. Zuvor bestand die Möglichkeit einen Blick auf die Ruine Werdenfels zu werfen, deren Mauerreste aus dem Grün des Waldes hervorlugen. Die Ruine kann über den Kramerplateauweg erreicht werden, der auf der anderen Seite entlang des Kramermassivs verläuft und Grainau mit Garmisch-Partenkirchen verbindet.

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12:45 Uhr: Für mich geht es weiter entlang auf dem Philosophenweg bis ich die Gaststätte Schützenhaus erreiche. Die Gaststätte liegt etwas unterhalb der Straße, die zum Wankbahn-Parkplatz führt. Hier könnte man zu Mittag, zur Kaffeepause oder zum Abend einkehren. Für mich geht es jedoch weiter nach Garmisch-Partenkirchen. Der weitere Weg verläuft auf der anderen Straßenseite und führt mich das letzte kleine Stück durch den Wald bis nach Partenkirchen. Vor der Wallfahrtskirche St. Anton steige ich hinab in den Ortsteil Partenkirchen. Hier umgibt mich wieder reger Betrieb. In der schönen Partenkirchener Fußgängerzone gönne ich mir jetzt meine Ruhepause und ein genüssliches Mittagessen. Nach der Ruhe in der Natur stelle ich mich jetzt wieder auf die Geräuschkulisse der Stadt ein. Nach der Pause bin ich außerdem bereit für meinen Einkaufsbummel durch die Garmischer Einkaufszone, bevor es mit dem Eibseebus zurück nach Grainau geht und ich dann endlich meine Füße hochlegen werde.

Infos & Tipps:

Dauer: ca. 1 Stunde 45 Minuten, nur eine Strecke
Länge: ca. 4,6 km
Aufstieg: 130 hm
Abstieg: 165 h
Anreise vom Hotel am Badersee: Mit dem Eibsee-Bus bis Marienplatz in Garmisch-Partenkirchen und von dort mit dem Bus 4 nach Farchant. Alternativ mit dem Eibsee-Bus oder der Zugspitzbahn bis zum Bahnhof Garmisch und von dort mit der Bahn bis nach Farchant. Je nachdem, an welcher Stelle man den Wanderweg abschließt, kann die Rückfahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr erfolgen: ab Wank (1x umsteigen), ab Ortsmitte Partenkirchen (direkt mit dem Eibsee-Bus von der Sebastianskirche) oder ab Garmisch (direkt mit dem Eibsee-Bus oder der Zugspitzbahn ohne Umsteigen). Wer mit dem Auto anreist, parkt am besten am Farchanter Warmfreibad oder am Bahnhof in Farchant.


Lust auf eine längere Tour?

Den Wanderweg kann man individuell verlängern oder auch mit anderen Wegen kombinieren.

  • Kuhfluchtklamm: Die Kuhfluchtwasserfälle in Farchant gehören zu den höchsten Wasserfällen in Deutschland und sind bei jeder Jahreszeit einen Besuch wert.
  • Spitzenwanderweg: Der Philosophenweg ist ein Teilstück des Spitzenwanderwegs Etappe 2 von Eschenlohe bis nach Garmisch-Partenkirchen (16 km).
  • Kramerplateauweg: Wer Lust und Muße hat von Farchant bis nach Grainau zu laufen, kombiniert den Philosophenweg mit dem Kramerplateauweg (ca. 15 km). Dazu läuft man vom Ende des Philosophenwegs in die Garmischer Innenstadt und steigt in der Nähe der Bayernhalle hinauf auf den Kramerplateauweg.
  • Tannenhütte / Gschwandtnerbauer: Direkt von St. Anton führen mehrere Wege durch den Wald über die beliebte Tannenhütte oder durch das Tal zum Berggasthof Gschwandtnerbauer. Der Gasthof ist von Partenkirchen ca. 1,5 Gehstunden entfernt. Je nach Kondition und Zeit kann man eine passende Strecke aussuchen – z.B. die sogenannte Steinbichl-Wanderung.
  • Wank: Einen krönenden Abschluss der Wanderung bietet eine Kombination des Philosophenwegs mit dem Wank-Gipfel. Von der Gaststätte Schützenhaus läuft man kurz die Straße hinauf bis zur Wankbahn und mit der Gondel geht es bequem hinauf zum Gipfel. Auf dem Gipfel kann man nicht nur gut einkehren und die Aussicht genießen, man kann zudem noch den leichten Gipfel-Panoramarundweg unternehmen.