Ausflugstipp: Wanderung um die Osterseen

 // von Sonja Wilms
Ausflugstipp: Wanderung um die Osterseen
Mittwoch, 17 März 2021

Ein beliebter Ausflugsort für eine gemütliche Wanderung bieten die Osterseen, eine Gruppe Gewässer südlich vom Starnberger See im Landkreis Weilheim-Schongau. Wer die Osterseen besucht, kann hier eine der schönsten bayerischen Geotope erleben und gleichzeitig Wissenswertes über Eiszerfallslandschaften lernen.

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Heute fahre ich mit meiner Mutter an die Osterseen, um gemeinsam mit ihr eine gemütliche Frühlingswanderung zu unternehmen. Der Rundwanderweg um die Osterseen ist für meine Mutter (75 Jahre) perfekt, denn er verläuft eben und ist mit einer Gehzeit von ca. 2:30 Stunden nicht allzu lang. Mit dem Auto fahren wir von Grainau bis nach Iffeldorf zum Wanderparkplatz an den Osterseen. Hier packen wir unseren Rucksack (etwas zu trinken und einen Snack haben wir immer dabei) und marschieren los. Gleich zu Beginn informiert eine Infotafel über die Besonderheiten der Osterseen.

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So gilt das Gebiet der Osterseen als eine der am besten erhaltenen Eiszerfallslandschaften Bayerns. Große Toteismassen des eiszeitlichen Isar-Loisach-Gletschers und mehrere Generationen von Schmelzwasserflüssen, die ihre Gesteinsfracht ablagerten, formten vor über 10.000 Jahren diese Landschaft. Dabei bilden die Osterseen eine Besonderheit. Im Spätglazial, noch bevor das gesamte Alpenvorland eisfrei war, war der Bereich um die Osterseen vom großen Entwässerungsnetz der Alpen abgeschnitten. Somit wurden nur noch geringe Mengen an Sedimenten eingetragen. Die Osterseen sind deshalb, im Gegensatz zu vielen anderen voralpinen Seen der Nacheiszeit, kaum verlandet; die ursprüngliche Eiszerfallslandschaft mit den zahlreichen Toteislöchern, Eisrandterrassen, Kames und Osern blieb erhalten.

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Es braucht ein Stück des Weges, bis wir eine erste schöne Sicht auf den See erhalten, aber auch die mit Frühlingsblumen bespickten Wiesen sind eine wahre Augenfreude. Am See grast gerade ein Graugans-Paar mit seinen Jungen und entzückt damit alle Ausflügler, die sich gerade mit uns den Weg teilen.

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Der Weg entfernt sich wieder vom See, lässt jedoch immer wieder ein paar Aussichten auf das Wasser zu. Wald- und Wiesenabschnitte bestimmen den weiteren Wegverlauf. Leicht steigt der Weg an hinauf zu einer Privatklinik. Hier biegen wir rechts ab, um weiterhin entlang des Seeufers zu laufen. Immer wieder bieten sich schöne Aussichten auf den See, die Wiesen davor leuchten im hellen Gelb der Frühlingsblumen.

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Von der geteerten Straße zweigt nach einem kurzen Stück der Rundweg rechts wieder ab. Jetzt im Mai bietet der Wanderweg hier ein besonderes Highlight. Die Wiesen rechts und links des Weges bilden einen hervorragenden Nährboden für das gefleckte Knabenkraut, eine Orchideenart, die nun zu dieser Jahreszeit zu Hunderten auf den Wiesen blüht. Eine wahre Wonne und Augenweide für jeden Orchideenliebhaber.

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Wieder durch einen Waldabschnitt laufen wir bald parallel zur Eisenbahnlinie. Nach einem Stück verlassen wir diese wieder, erreichen ein paar Häuser, halten uns aber dann wieder parallel zum Ufer. Hier gibt es einen Badebereich, der im Sommer dazu einlädt, ein kühles Bad im Ostersee zu genießen. Jetzt im Frühjahr sind die Temperaturen des Sees noch zu kühl. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Kälteresistente, die trotz der noch kühlen Wassertemperaturen einen Sprung in den See wagen. Die Außentemperatur ist heute immerhin sehr angenehm, sodass man sich wieder an Land aufwärmen kann. Wir nutzen die Gunst einer Bank für eine kleine Gehpause, etwas zu trinken und einen Snack. Die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und das Alpenpanorama, welches sich hinter dem See auftut, sind ein wahrer Genuss.

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Wir setzen unsere Wanderung fort, nachdem wir die Rast in vollen Zügen genossen haben. Der See entfernt sich wieder aus unserem Blickwinkel und wir folgen dem Weg nun ein ganzes Stück durch den Wald bis wir in etwa auf Höhe des Staltacher Sees auskommen. Hier bestehen unterschiedliche Routen, je nachdem ob man links, geradeaus oder rechts weiterläuft. Wir nehmen den linken Pfad, der uns nach Iffelsdorf führt. Vorbei an Gut Staltach und dem Sportplatz können wir schon bald in der Ferne die markante Kirche der Ortschaft sehen.

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An der Kirche vorbei haben wir auch schon bald wieder unseren Ausgangspunkt und Startpunkt der Wanderung erreicht. Von der Erhebung in Iffeldorf bietet sich uns noch einmal ein letzter schöner Ausblick auf den Seng- und Fohnsee und dann sind es nur noch wenige Schritte bis zu unserem Auto. Es war wieder einmal eine fantastische Wanderung, die man zu jeder Jahreszeit unternehmen kann. Jetzt freuen wir uns auf eine kulinarische Einkehr, um den Wandertag genüsslich zu beenden.

Tipps & Infos:

Länge: ca. 12 km
Dauer: ca. 2:30 - 3 Stunden

Anreise: Vom Hotel am Badersee fährt man über Garmisch-Partenkirchen auf die B23 und B2 nach Oberau und weiter auf die Autobahn 95 bis zur Ausfahrt Iffeldorf-Penzberg. Von hier einfach der Beschilderung folgen. (ca. 48,5 km / 42 min Fahrzeit)

Parken: In Iffeldorf gibt es einen großen, gebührenpflichtigen Parkplatz. Am Parkplatz gibt es zudem einen kleinen Kiosk für Snacks und Getränke sowie eine Toilette. Alternativ gibt es am Fohnsee oder im Bereich des Torfwerk Staltach Parkplätze, am Sportplatz in Iffeldorf oder am Campingplatz auf der Höhe des Fohnsee.

Einkehrmöglichkeiten: Am Campingplatz in Fohnsee gibt es das Restaurant Waldhaus am Fohnsee mit Biergarten und auch das Gut Aiderbichl bietet ein Restaurant an.

Badestellen: Am Oster- und Fohnsee gibt es mehrere ausgewiesene Badestellen für einen Sprung ins Wasser. Bitte nur diese Bereiche nutzen. Auf der Karte sind diese ausgezeichnet. 

Zusätzliche Ausflugstipps in der Umgebung: Ein Besuch der Osterseen lässt sich kombinieren mit einem Besuch am Starnberger See. Hier besteht die Möglichkeit das Buchheim Museum zu besichtigen oder auch die Gedenkstätte von König Ludwig II. bei Berg, der im Starnberger See ertrank. Ebenfalls in der Nähe befindet sich das Kloster Benediktbeuren, welches über einen schönen Biergarten und ein gutes Restaurant verfügt. Etwas ganz Besonderes bietet das  Gut Aiderbichl bei Iffeldorf. Das Gut hat sich der Pflege geretteter Tiere verschrieben und beherbergt 300 Tiere. Besucher sind herzlich willkommen, es gibt ein großes Veranstaltungsprogramm und es ist ein besonderes Highlight für Kinder. Vom Wanderweg aus kann man leicht einen Abstecher zum Gut Aiderbichl machen.